Warum Sachsen?

Heute ist es üblich, daß sich Pfadfinderstämme den Namen eines Heiligen oder eines Menschen geben, der ihnen ein Vorbild sein kann. Alte Stämme mit eher kämpferischen Namen, die früher wohl aktuell waren, benennen sich um.

Warum heißen wir also (noch immer) Sachsen?

Neben der Vorbildfunktion eines Namens ist es genau so wichtig, daß sich die Stammesmitglieder mit ihrem Namen identifizieren. Es reicht, wenn man ohne großartige Hintergrundgeschichten und Bedeutungen weiß, von wem die Rede ist. Reizvoll wird es natürlich auch, wenn man mit dem Namen etwas aus dem Rahmen fällt und viele nachfragen: „Wie war der Name noch ‚mal ?“, weil sie glauben, daß sie sich verhört haben.

Wenn dann noch die Gruppe, die Stammesgemeinschaft und das Programm stimmen und viele mitmachen, dann wird der bloße Name zu einer Art ‚Marken‘-Namen.
Wir sagen: „Ich bin ein Sachse !“ Damit ist eigentlich alles gesagt.

Die genaue Motivation der Namensgebung vor 50 Jahren für unseren Stamm ist uns nicht so genau bekannt und vielleicht auch heute gar nicht mehr so wichtig für uns.

Allerdings steht der Name in einem weit zurückreichenden, geschichtlichen Zusammenhang mit unserer Gegend.

Im 5.-7. Jahrhundert, das römische Reich war zusammengebrochen, erstarkte das Franken-Reich. Es erstreckte sich über das ganze heutige Frankreich und über einen breiten Gürtel den Rhein hinunter bis Xanten, der in seiner Breite bis ungefähr Essen-Werden reichte.
Die „wilden“ Sachsen lebten im heutigen Holstein und zogen zu der Zeit in einer großen Völkerwanderungsbewegung gen Süden und erreichten die Lippe. Später drangen sie auch noch weiter südlich bis zur Ruhr und ungefähr bis Steele und Rellinghausen vor.

Wir leben heute sozusagen an der ehemaligen Grenze zwischen dem Franken- und dem Sachsenland. Von 1848 bis 1851 wurde die heutige Westfalen- und Frankenstraße gebaut, die diese beiden Gebiete miteinander verbindet. Daher kommt auch der Name.

Somit sind wir auch heute noch die letzte Sachsenhochburg vor dem Frankenland.